Remanufacturing by Herrenknecht

PREMIUM PER DEFINITION

Professionelles Remanufacturing macht bereits verwendete Teile so gut wie neu – und manchmal sogar besser. Für unsere Kunden bringt das nennenswerte Vorteile. Bei maximaler Transparenz und immer mit höchsten Herrenknecht-Standards in puncto Qualität, Sicherheit und Verlässlichkeit.

Herrenknechts Schatzkammer liegt im Kehler Hafen – in Reichweite zum Stammwerk in Schwanau – und erstreckt sich über 100.000 Quadratmeter. Auf dem Außengelände der Werkshallen lagern Komponenten von gebrauchten Tunnelbohrmaschinen – Zylinder, Förderschnecken, Pumpen, ganze Schildteile und vieles mehr. Werksleiter Olaf Kortz steht im Schatten eines massiven Bauteils mit über 6 Metern Durchmesser und sagt: „Dieses Hauptlager hat schon 3.500 Meter harten Fels durchbohrt. Aber wenn wir hier damit fertig sind, ist es mindestens so gut wie neu.“

Olivier Kraft, Mitglied der Geschäftsleitung im Bereich Traffic Tunnelling

Olivier Kraft, Mitglied der Geschäftsleitung im Bereich Traffic Tunnelling

Wer eine Tunnelbohrmaschine von Herrenknecht kauft, kauft Premiumqualität. „Wir geben Garantie auf mindestens 10.000 Stunden Betrieb“, erklärt Olivier Kraft, Mitglied der Geschäftsleitung im Bereich Traffic Tunnelling. Das heißt auch: Nach dem erfolgreichen Abschluss eines Tunnelprojekts sind viele einzelne Komponenten der TBM in der Regel noch lange nicht am Ende.

Daher kauft Herrenknecht – wenn das so vereinbart wurde – nach Vortriebsende die werthaltigen Bauteile der eingesetzten Maschinen von Kunden zurück, um sie professionell wiederaufzubereiten. Das ist insbesondere für viele Joint Ventures von großem Vorteil, die das für die Projektlaufzeit gemeinsam erworbene Equipment nach Projektabschluss eigentlich nicht mehr brauchen. Die zurückgekauften Bauteile werden dann im Rebuilding-Werk von Herrenknecht je nach Anforderung des Folgeprojekts in verschiedenen Qualitätsstufen wiederaufbereitet. Remanufacturing stellt den Königsweg dar, die höchste Stufe, den vorhandenen Wert dieser Komponenten zu bewahren und sie einem komplett neuen Lebenszyklus zuzuführen.

Wir sprechen beim remanufacturing nicht von stichprobentests, sondern von hundertprozentiger kontrolle.

Olivier Kraft, Mitglied der Geschäftsleitung im Bereich Traffic Tunnelling

Im Remanufacturing-Prozess bei Herrenknecht bauen Fachkräfte jede einzelne Komponente bis zur kleinsten Einheit auseinander, um sie zu prüfen und im Bedarfsfall verschlissene Teile zu ersetzen.

Oben:
Im Remanufacturing-Prozess bei Herrenknecht bauen Fachkräfte jede einzelne Komponente bis zur kleinsten Einheit auseinander, um sie zu prüfen und im Bedarfsfall verschlissene Teile zu ersetzen.

Unten:
Werner Burger,
Chefingenieur bei Herrenknecht

Qualität ist nicht verhandelbar

Der eigentliche Remanufacturing-Prozess ist hochkomplex. Alle aufzubereitenden Komponenten, vom Hauptlager bis zur Hydraulikpumpe, werden bis zur kleinsten Einheit auseinander gebaut und individuell gereinigt. Anschließend überprüfen die Reman-Experten bei Herrenknecht die vorbereiteten Teile mit Spezialequipment wie Endoskopen und Lasermessgeräten auf Abweichungen vom Originalzustand. Jede Dichtung wird gecheckt, Schweißnähte per Ultraschall und Eindringprüfung untersucht. Selbst feinste Risse können so identifiziert werden.

„Uns bleibt nichts verborgen“, sagt Olivier Kraft. „Wir sprechen hier nicht von Stichprobentests, sondern von hundertprozentiger Kontrolle.“ Wenn die Fachkräfte aus dem Reman-Werk fündig werden, müssen sie entscheiden: Lässt sich der Makel beheben – oder muss das Teil entsorgt werden? Was die strenge Prüfung passiert, wird im nächsten Schritt aufbereitet, auf den neuesten technischen Stand gebracht und je nach Kundenbedürfnis für den nächsten Einsatz modifiziert. Schließlich werden die Einzelteile wieder zu Komponenten zusammengefügt und erneut vollumfänglich getestet.

Jede aufbereitete Komponente muss dem Markt-Vergleich mit Neuteilen standhalten. „In Sachen Qualität machen wir beim Remanufacturing keine Kompromisse. Premium bleibt Premium“, erklärt Chefingenieur Werner Burger. „Nach dem Prozess muss jedes einzelne Teil mindestens genauso gut sein wie ein neues. Denn Sicherheit und Zuverlässigkeit sind in unserem Business unter Tage nicht verhandelbar.“ Konsequenterweise gibt Herrenknecht auf alle aufbereiteten Komponenten „Remanufactured by Herrenknecht“ die volle Garantie.

IN SACHEN QUALITÄT MACHEN WIR BEIM REMANUFACTURING KEINE KOMPROMISSE. PREMIUM BLEIBT PREMIUM.

Werner Burger, Chefingenieur Herrenknecht

Der Remanufacturing-Prozess ist bei Herrenknecht in 6 fest definierte Phasen aufgeteilt.

Der Remanufacturing-Prozess ist bei Herrenknecht in 6 fest definierte Phasen aufgeteilt.

Durch den vollumfänglichen Kontrollprozess erfüllen alle professionell aufbereiteten Teile mindestens den Herrenknecht-Qualitätsstandard „wie neu“.

Durch den vollumfänglichen Kontrollprozess erfüllen alle professionell aufbereiteten Teile mindestens den Herrenknecht-Qualitätsstandard „wie neu“.

Transparenz in allen Bereichen

Um den Prozess möglichst transparent zu gestalten, hat sich das Unternehmen Herrenknecht den offiziellen Branchen-Standards der ITA verpflichtet. „Beim Remanufacturing zahlreicher Teile gehen wir über diese Mindeststandards hinaus“, erklärt Chefingenieur Burger. „Aber wir nehmen sie als klare Grundlage. Auch um klarzumachen: Remanufacturing bedeutet in jedem Fall viel mehr als Reparatur oder Sanierung.“

Antonio Nicola vertraut seit mehr als 15 Jahren auf Vortriebstechnik aus Schwanau. „Wir haben bereits komplett neue TBM als auch Maschinen mit wiederaufbereiteten Komponenten in Projekten eingesetzt“, erzählt der Verantwortliche für Tunnelvortriebstechnik beim italienischen Bauunternehmen Salini Impregilo S.p.A. „Qualitativ gibt es da bei Herrenknecht keinen Unterschied. In beiden Fällen war die Performance absolut zuverlässig und das Ergebnis hervorragend. Wir werden deshalb auch in Zukunft auf Remanufacturing vertrauen.“

Qualitativ gibt es bei Herrenknecht zwischen neuen und professionell aufbereiteten tbm keinen unterschied. die performance ist immer absolut zuverlässig.

Antonio Nicola, Verantwortlicher für Tunnelvortriebstechnik Salini Impregilo S.p.A

Für den Kunden bringt die Kombination aus Rückkauf und Remanufacturing überzeugende Vorteile. „Zum einen kann er seine Maschine nach dem Einsatz verkaufen. Zum anderen kann er auf Wunsch selbst auf wiederaufbereitete Premium-Technik zurückgreifen, deren Komponenten sich bereits im Einsatz bewährt haben“, so Chefingenieur Burger. Diese seien zudem rasch verfügbar – häufig schneller als Neuteile. „Natürlich ist Remanufacturing aufwändig. Doch es ist deutlich ökonomischer als eine Neuproduktion.“ Ein Preisvorteil, den Herrenknecht an den Kunden weitergibt: „Kunden, die sich für Reman-Maschinen oder –Komponenten entscheiden, können wir attraktive Optionen anbieten.“

Auch der spanische Baukonzern Acciona hat schon positive Erfahrungen mit Remanufacturing gemacht. „Wir glauben, dass nur der Hersteller einer Maschine den Remanufacturing-Prozess optimal bewältigen kann. Er hat sie designt und kennt jedes Detail.“, so Victor Martinez, Acciona’s Direktor im Bereich Maschinentechnik. „Außerdem entstehen in jedem Projekt Ideen, die wiederum zur Verbesserung des Originaldesigns führen. Unsere Techniker arbeiten hierbei eng mit Herrenknecht zusammen.“

Bei Tunnelvortriebstechnik im Bereich Utility Tunnelling kann je nach Verschleiß und Anforderung des Folgeprojekts Refurbishment die richtige Wahl der Aufbereitung darstellen.

Bei Tunnelvortriebstechnik im Bereich Utility Tunnelling kann je nach Verschleiß und Anforderung des Folgeprojekts Refurbishment die richtige Wahl der Aufbereitung darstellen.

REFURBISHMENT ALS EINE ALTERNATIVE

Auch im Utility-Tunnelling-Bereich spielt professionelle Aufbereitung eine zentrale Rolle. Weltweit sind hunderte der kleineren Maschinen von Herrenknecht im Umlauf. Der Unterschied: Sie sind häufig etwas „standardisierter“ ausgelegt, zum Beispiel für das Bohren von Abwassertunneln in fest definierten Durchmesserbereichen. Folglich können die TBM oft für mehrere Bauvorhaben in gleicher oder sehr ähnlicher Konfiguration genutzt werden. Sie nach kurzen Vortriebsstrecken von wenigen 100 Metern komplett auseinander zu bauen und jedes Einzelteil separat zu prüfen, wie beim Remanufacturing üblich, ist aufgrund des geringeren Verschleißes meist nicht notwendig.

„Wenn die Maschinen zu uns zurückkommen, unterziehen wir sie einem definierten Testverfahren, bei dem wir jede einzelne Funktion prüfen“, so Peter Schmäh, Mitglied der Geschäftsleitung im Bereich Utility Tunnelling. „Das Gleiche tun wir noch einmal, bevor sie das Werk wieder verlassen.“ Handlungsbedarf bestehe nur, wenn bei den Tests ein Fehler auftrete. „In 70 Prozent der Fälle genügt eine klassische Sanierung – wir sprechen dann von Refurbishment.“ Bei den restlichen 30 Prozent reicht eine Sanierung nicht aus. Dann durchläuft die Maschine den kompletten Remanufacturing-Prozess. „Die aufbereiteten Komponenten kommen dann in derselben oder anderen Anlagen wieder zum Einsatz.“, so Schmäh.

Wie neu: Gebrauchte Dickstoffpumpe nach der Rücklieferung von der Baustelle (links) und nach kompletter Wiederaufbereitung durch Herrenknecht-Experten im Remanufacturing-Werk in Kehl (rechts).

Wie neu: Gebrauchte Dickstoffpumpe nach der Rücklieferung von der Baustelle (links) und nach kompletter Wiederaufbereitung durch Herrenknecht-Experten im Remanufacturing-Werk in Kehl (rechts).

Die Dokumentation der kompletten Einsatzhistorie per Datenbank unterstützt den initialen Entscheidungsprozess jeder Komponente pro oder contra Remanufacturing.

Die Dokumentation der kompletten Einsatzhistorie per Datenbank unterstützt den initialen Entscheidungsprozess jeder Komponente pro oder contra Remanufacturing.

IM GRUNDE BESSER ALS NEU

Alle gelagerten Teile und Komponenten sind bei Herrenknecht in einer Datenbank zentral hinterlegt. „Wir registrieren nicht nur jedes Teil, sondern wissen auch alles über die Leistungsparameter seiner bisherigen Einsatzhistorie.“, so Werksleiter Kortz. „Zum Beispiel, durch wie viele Kilometer ein Hauptlager bereits gebohrt hat und welchen Maximalkräften es dabei ausgesetzt war.“ In Kombination mit dem lückenlosen Kontrollprozess im Werk können die Experten so genau bewerten, ob die Teile für Remanufacturing in Frage kommen. In aller Regel ist das durch die Premiumqualität des ursprünglichen Produkts der Fall. Nur typische Verschleißteile, wie etwa Schläuche und Schrauben, werden grundsätzlich ersetzt.

Anhand eines Vortriebszylinders erklärt Olaf Kortz, warum Reman-Teile aus dem Herrenknecht-Werk mitunter sogar besser sind als neue: „Wenn eine solche Komponente überhaupt mal kaputtgeht, dann auf den ersten Metern eines Vortriebs.“ Der Grund seien Produktionsfehler, die man gerade bei maßgefertigten Teilen nie vollkommen ausschließen könne. „Dieser Zylinder hat sich aber schon auf sechs Kilometern bewährt“, so Kortz. „So können wir nach dem Remanufacturing-Prozess sicher sein, dass er beim kommenden Einsatz allen Performance-Kriterien standhält.“

Wir können nach dem Remanufacturing-Prozess sicher sein, dass die komponente beim kommenden Einsatz allen performance-kriterien standhält.

Olaf Kortz, Leiter des Herrenknecht Remanufacturing-Werks in Kehl

Olaf Kotz, Leiter des Herrenknecht Remanufacturing-Werks in Kehl

Olaf Kotz, Leiter des Herrenknecht Remanufacturing-Werks in Kehl

Umweltschutz: in Zukunft entscheidend

Laut Olaf Kortz liegen die energetischen Einsparungen durch Remanufacturing bei einer komplett aufgearbeiteten Tunnelbohrmaschine bei etwa 80 Prozent. Gegenüber einer neuen Maschine müssen etwa 99 Prozent weniger Materialien verwendet werden. Eine gewaltige Einsparung, die Ressourcen schont, den CO2-Ausstoß senkt und somit die Umweltbilanz der Maschine – und somit des gesamten Bauvorhabens – deutlich verbessert.

Ein Beitrag zum Klimaschutz, der im Zuge strenger werdender Umweltauflagen eine immer größere Rolle spielt. Schon jetzt gelten bei öffentlichen Ausschreibungen detaillierte Umweltkriterien. Führend sind hier die skandinavischen Länder. Experten gehen davon aus, dass sowohl die Europäische Union als auch weitere internationale Staaten ihre Vorschriften zum Umweltschutz weiter verschärfen – auch in Sachen Remanufacturing. Noch empfiehlt beispielsweise die EU der Industrie ganz unverbindlich, sie möge nachhaltig aufbereiten. Daraus könnten schon bald konkrete Verpflichtungen werden. Das Zeitalter des Remanufacturing wird also früher oder später anbrechen. Bei Herrenknecht hat es längst begonnen, auch weil Kunden und Markt die professionelle Aufbereitung wertschätzen.

Herrenknecht Werk Kehl